Zahlen, Daten und Fakten zum bayerischen Gartenbau

Der Gartenbau in Bayern 2020

Collage mit Kraut, roten Äpfeln und blauen Blüten
Der Gartenbau ist durch eine hohe Wertschöpfung auf einer kleinen Anbaufläche und damit durch vergleichsweise kleine Urproduktionsbetriebe (für Gemüse, Obst, Zierpflanzen, Gehölze) gekennzeichnet. Oft erfolgt der Anbau gärtnerischer Kulturpflanzen geschützt, zum Beispiel im Gewächshaus. Der Gartenbau ist mit seinen kleinstrukturierten Anbauflächen und Dauerkulturen prägend für Bayerns Kulturlandschaft. Neben dem Erwerbsanbau erfüllt der Freizeitgartenbau viele wichtige Funktionen für die bayerische Gesellschaft. So schaffen Gärten die Möglichkeit zur körperlichen Betätigung, zur Entspannung, für Begegnung und Miteinander oder zur Umweltbildung, gerade auch in Städten und Ballungsräumen wie München, Augsburg oder Nürnberg, Fürth und Erlangen.
Der Dienstleistungsgartenbau umfasst den Bau von Grünflächen, Parks, Sportplätzen oder Schwimmteichen sowie Pflege und Erhalt von Gräbern und Friedhöfen. Eng verbunden mit der Erzeugung von Pflanzen ist auch ihr Handel, beispielsweise in Gärtnereien und Baumschulen.

Die Broschüre "Der Gartenbau in Bayern 2020" gibt als Ergänzung zum Bayerischen Agrarbericht 2020 und zur amtlichen Statistik einen Überblick über den Produktions-, Dienstleistungs- und Freizeitgartenbau in Bayern.

Statistik Gartenbau Bayern (2010)

Der Gemüsebau und der Obstbau sind die beiden zentralen Sparten der Nahrungsmittelerzeugung innerhalb des Gartenbaus. Sie stehen stellvertretend für einen Großteil der Wertschöpfung im Produktionsgartenbau. Beiersdorf et al. (2010) legten mit ihrer "Statistik Gartenbau Bayern" den Schwerpunkt darauf, eine Gesamtdarstellung des bayerischen Gartenbaus mit allen Akteuren und Tätigkeitsfeldern zu schaffen. Dirksmeyer und Fluck (2013) nutzten mit der sogenannten Produktionsclustermethode einen Ansatz, um die Bedeutung des Gartenbaus in Deutschland durch Einbeziehung von vor- und nachgelagerten Wirtschaftszweigen mit einer Studie zu bewerten. Durch Nutzung der Clustermethode wurde erstmals die gesamte gartenbauwirtschaftliche Wertschöpfungskette abgebildet.

Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat die Technische Universität München (TUM) und die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) 2017 und 2020 beauftragt, basierend auf den Studien von Beiersdorf et al. (2010) und Dirksmeyer und Fluck (2013), eine aktualisierte Statistik zum bayerischen Gemüsebau und zum bayerischen Obstbau zu erstellen. Somit konnte auf Grundlage der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des bayerischen Gemüsebaus und des bayerischen Obstbaus bewertet werden. Damit ist eine faktenbasierte Einordnung dieser Branchen innerhalb der Agrarwirtschaft und der Gesamtwirtschaft möglich.

Statistik Gartenbau Bayern: Fokus Obstbau (2021)

Die "Statistik Gartenbau Bayern: Fokus Obstbau" wurde von der Technischen Universität München gemeinsam mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf im Zeitraum Februar 2020 bis Juli 2021 erstellt. Zusätzlich zur quantitativen Betrachtung der wirtschaftlichen Kennwerte wurden bei der Erstellung der Statistik die Anbauregionen (bayerischer) Bodensee und die Fränkische Schweiz mittels qualitativ ausgewerteter Experteninterviews (Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring) untersucht.

Im Vergleich zu anderen landwirtschaftlichen Teilsektoren hat Bayern bundesweit im Obstanbau eine untergeordnete Bedeutung. Dies zeigt sich in den Flächenanteilen, im Produktionswert und auch im niedrigeren Selbstversorgungsgrad an Obst bei der bayerischen Bevölkerung. Dennoch sind einzelne Anbauregionen erfolgreich im Anbau und der Vermarktung von Frischobst und verarbeiteten Obstprodukten (z. B. Äpfel, Süßkirschen, Erdbeeren). Neben dem Erwerbsanbau erfüllt der Freizeit- und Streuobstbereich wichtige Funktionen zur Versorgung, Landschaftspflege, Naturschutz (Biodiversität) und Tourismus.

Insgesamt werden im Obstsektor in Bayern Umsätze von 5,2 Milliarden Euro jährlich getätigt. Hierbei ist auch der Handel mit Importobst, das nicht in Bayern angebaut wird (z. B. Zitrusfrüchte) eingerechnet, da der Obst-Selbstversorgungsgrad in Bayern nur bei rund 7 Prozent liegt. Betrachtet man ausschließlich den heimischen Obstbau beläuft sich der Umsatz auf knapp 640 Millionen Euro pro Jahr. Von diesem Umsatz entfallen knapp 50 Millionen Euro pro Jahr auf die Produktionsstufe, das heißt die Obsterzeugung in Bayern.

Einen Überblick liefert die zweiseitige Zusammenfassung der "Statistik Gartenbau Bayern: Fokus Obstbau". Der ausführliche Abschlussbericht ist auf der Webseite der Technischen Universität München zu finden.

Statistik Gartenbau Bayern: Fokus Gemüsebau (2019)

Die "Statistik Gartenbau Bayern: Fokus Gemüsebau" wurde von der Technischen Universität München gemeinsam mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf im Zeitraum April 2017 bis Januar 2019 erstellt.

Neben der rein datenbasierten Betrachtung flossen Untersuchungen zu den bedeutenden Anbauregionen Knoblauchsland und Niederbayern in die Erstellung der Statistik zum bayerischen Gemüsebau ein. Dem bayerischen Gemüsebau als wertschöpfungsintensive Sparte der Landwirtschaft kommt auf nationaler und internationaler Ebene eine hohe Bedeutung zu. Ähnlich wie in vielen anderen landwirtschaftlichen Produktionsrichtungen ist auch im Gemüsebau ein Strukturwandel erkennbar. Trotz des Rückgangs an spezialisierten Betrieben erhöhten sich Erzeugung, Produktionswert und Absatzmöglichkeiten in den letzten Jahren. Sowohl für die Erzeugung von Frischgemüse, als auch die Verarbeitungsindustrie bieten sich günstige Rahmenbedingungen, um eine hohe Produktqualität zu gewährleisten.

Insgesamt werden im Produktionscluster "Bayerischer Gemüsebau" Umsätze von 4,4 Milliarden Euro jährlich getätigt. Knapp 10 Prozent davon, also 373 Millionen Euro pro Jahr, entfallen auf die Produktionsstufe (heimische Gemüseerzeugung) und knapp 90 Prozent auf den nachgelagerten Bereich (Handel).

Einen Überblick liefert die zweiseitige Zusammenfassung der Statistik Gartenbau Bayern: Fokus Gemüsebau. Der ausführliche Abschlussbericht ist auf der Webseite der Technischen Universität München zu finden.