Tierische Erzeugung
Geflügel

Die Haltung von Legehennen und die Mast von Geflügel stellt für viele bayerische Betriebe eine Einkommensquelle dar. Auch in Bayern ist dabei ein Trend zu größeren Einheiten zu beobachten.

Einen Beitrag zum Erhalt gefährdeter Nutztierrassen leisten die privaten Züchter von Rassegeflügel.

Geflügelpest (Vogelgrippe)

Das Geflügelpest-Virus wurde in den vergangenen Monaten in über 50 Fällen bei Wildvögeln und etwas über 10 Fällen bei Haus-/Nutzgeflügelbeständen in Bayern festgestellt. In den letzten Wochen hat sich das Geflügelpestgeschehen bei Wildvögeln in Bayern rückläufig entwickelt. Auf Grundlage einer Risikobewertung ist die bayernweite präventive Stallpflicht deshalb nicht mehr erforderlich. Die zuständigen Veterinärämter passen die Maßnahmen zum Schutz des Nutzgeflügels an die aktuelle Lage ab 28. April 2021 an. Es gibt nur noch eine örtlich begrenzte Aufstallungspflicht bei neuen Nachweisen der Geflügelpest. Beachten Sie dazu die Informationen Ihrer Kommune (Allgemeinverfügung).
Konsequente Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen (z. B. Schutzkleidung, Reinigung und Desinfektion, kein betriebsfremdes Personal) reduziert das Risiko einer Einschleppung in den Geflügelbestand. Dies ist weiterhin - auch in Kleinbetrieben - zu beachten! Generell sind alle Geflügelhalter in Bayern zur Wachsamkeit aufgerufen. Bei Auffälligkeiten in Ihrem Geflügelbestand (z. B. reduzierte Fresslust, geringere Legeleistung, erhöhte Sterblichkeit) wenden Sie sich an einen Tierarzt oder direkt an das zuständige Veterinäramt.

Für den Fund toter Wildvögel gilt Folgendes:
Wenn mehrere Vögel an einem Fundort verendet sind, ist eine Information an das Veterinäramt sinnvoll. Die verendeten Tiere sollten nicht angefasst werden. Falls dies dennoch erforderlich ist, dann stets nur mit Handschuhen oder mit einer über die Hand gestülpten Plastiktüte. Für den Fall, dass tote Vögel versehentlich mit bloßen Händen angefasst wurden, sollten die Hände sofort desinfiziert werden.
Weitere Informationen stellt das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) und das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zur Verfügung.  

Merkblatt für Geflügelhalter (PDF; FLI) Externer Link    ReadSpeaker Dokument vorlesen

Nutzgeflügel schützen (FLI) Externer Link

Detaillierte Informationen zur Gefügelpest (LGL) Externer Link

Der Weg zur genehmigten Geflügelhaltung

Auch wer nur wenige Hühner im privaten Bereich halten möchte, muss rechtliche Vorgaben beachten. Vor Beginn der Haltung von Geflügel ist immer eine Betriebsnummer beim zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zu beantragen. Ihr Amt und den "Antrag auf Zuteilung einer Betriebsnummer" finden Sie im BayernPortal (Postleitzahleneingabe). Senden Sie das ausgefüllte Formular an Ihr Amt. Dort erhalten Sie auch weitere Auskünfte. Ausführliche Informationen bietet auch unsere Broschüre "Der Weg zur genehmigten Geflügelhaltung".

Haltung von Legehennen

Über die Hälfte der bayerischen Hennen steht in der Bodenhaltung, knapp 14 % werden im Freiland gehalten. Der Anteil der Kleingruppenhaltung ist weiter rückläufig. Etwa 500.000 Hennen werden in Öko-Betrieben gehalten, das sind 7 % der Legehennen in Bayern.

Empfehlungen zur Haltung und Fütterung von Legehennen mit intakten Schnabelspitzen

Die bayerischen Legehennenhalter haben sich in einer freiwilligen Vereinbarung verpflichtet, auf das Kupieren von der Schnabelspitze zu verzichten. Dies erfordert unter anderem eine Anpassung der Haltungsbedingungen und der Futterrationen, um Federpicken und Kannibalismus zu vermeiden.

Haltung von Mastgeflügel

In Bayern werden ca. 5,5 Millionen Masthühner und ca. 800.000 Puten gemästet. Geflügel wird fast ausschließlich in geschlossenen Ställen in Bodenhaltung gemästet. Bei Hühnern muss eine Besatzdichte von 35 kg pro Quadratmeter eingehalten werden. Bei Puten ist ein Besatz mit 52 bis 58 kg pro Quadratmeter üblich.

Tierschutz-Nutztierhaltungs-Verordnung (Abschnitt 4) Externer Link

In der ökologischen Tierhaltung haben die Tiere bei deutlich mehr Stallraum auch Zugang zum Freiland.

Eier und Geflügelfleisch

Geflügelfleisch liegt nach Schweinefleisch in der Verbrauchergunst an zweiter Stelle. Eier werden als vollwertiges und preiswertes Lebensmittel geschätzt. Etwa die Hälfte der Eier werden direkt von den Verbraucherinnen und Verbrauchern gekauft, die andere Hälfte wird in Lebensmitteln (z. B. Nudeln) und in der Gastronomie verarbeitet.

Ausführliche Informationen zu Eiern und Geflügel (LfL) Externer Link