Berufsausbildung
Brenner / Brennerin

Die Ausbildung zum Brenner oder zur Brennerin ist ein traditioneller Agrarberuf mit einer mehr als 100-jährigen Geschichte. Nicht zuletzt durch den Fall des Branntweinmonopols findet in den letzten Jahren ein starker Wandel statt.

Früher hatte das Brennen von Kartoffeln, Mais und Getreide in der Landwirtschaft die größte Bedeutung. Heute beschränkt sich der Beruf hauptsächlich auf das Brennen von Edelobstbränden. In Regionen mit großen Streuobstflächen wird das Brennen vorzugsweise im Nebenerwerb praktiziert.

Bildungsmaßnahme

Seit 2010 wird eine berufsbegleitende Qualifizierungsmaßnahme für Klein- und Obstbrenner angeboten.

Zielgruppe

Die Bildungsmaßnahme für Klein- und Obstbrenner richtet sich an Brenner im Haupt- oder Nebenerwerb, die sich weiter qualifizieren möchten und einen landwirtschaftlichen Berufsabschluss als Brenner bzw. Brennerin anstreben. Die Zulassung zur Abschlussprüfung erfolgt nach § 45 Abs. 2 Berufsbildungsgesetz auf Basis der individuell vorhandenen Berufserfahrung

Umfang

30 Lehrgangstage sind auf ca. 18 Monate Lehrgangsdauer verteilt. Sie werden im 2-jährigen Turnus anboten, Lehrgangsstart ist jeweils im Januar. Die Lehrgangswochen werden in der arbeitsärmeren Jahreszeit durchgeführt.

Inhalte

Die Ausbildungsinhalte werden in einwöchigen Vollzeiteinheiten vermittelt. Die Inhalte der Ausbildung orientieren sich an den Bedürfnissen der Praxis, ergänzt mit Erkenntnissen aus Forschung und Lehre sowie Vorgaben aus Zoll, Bezeichnungs- und Lebensmittelrecht. Die Bildungsmaßnahme baut auf bereits vorhandenen Erfahrungen und Kenntnissen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf und unterscheidet sich somit deutlich von einer klassischen Ausbildung in der dualen Berufsausbildung. Die Teilnahme setzt Selbstdisziplin, sowie selbstständiges Vor- und Nachbereiten der Ausbildungsinhalte voraus.

Lehrgangsorte

Der Lehrgang wird von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim in Zusammenarbeit mit dem Lehr- und Beispielbetrieb für Obstbau Deutenkofen durchgeführt. Die Verteilung der Ausbildungsinhalte ist an die jeweiligen Lehrgangsstandorte angepasst. Während im Lehr- und Beispielbetrieb für Obstbau Rohstoffzusammensetzungen, Brenntechnik sowie Herabsetzen der Destillate im Fokus stehen, befassen sich Teilnehmer an der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau mit den Themen Marketing, zollrechtliche Vorschriften, betriebliche Analytik sowie Bezeichnungsrecht und Sensorik.

Abschlussprüfung und Voraussetzungen

Wie bei fast allen landwirtschaftlichen Bildungsprogrammen kann auch nach Abschluss des Lehrganges für Klein- und Obstbrenner, bei Vorliegen einer mindestens 4,5-jährigen Brennerfahrung, an der regulären Abschlussprüfung im Ausbildungsberuf Brenner/Brennerin teilgenommen werden. Die Abschlussprüfung umfasst Theorie- und Praxisinhalte und dauert insgesamt 8 Stunden.

Fortbildung

Nach dem erfolgreichen Berufsabschluss steht Ihnen die Fortbildungsbildungsmöglichkeit zum Landwirtschaftlichen Brennmeister oder zur Landwirtschaftlichen Brennmeisterin offen.
Die Meisterprüfung wird in der Regel im 2-jährigen Turnus für den süddeutschen Raum in Baden-Württemberg, Regierungspräsidium Freiburg, angeboten und durchgeführt.