Blauzungenkrankheit – Serotyp 8 in Bayern nachgewiesen

Schafe, Rinder, aber auch Ziegen, Neuweltkameliden und Wildwiederkäuer können die Blauzungenkrankheit (BT) bekommen. Kleine, blutsaugende Mücken (Gnitzen) übertragen das Blauzungenvirus (BTV). Der Erreger ist für den Menschen nicht gefährlich.

Aktualisiert am: 24.06.2026
Drucken
Zwei Rinder auf einer Weide.© Michael Modlmaier/StMELF

Situation in Bayern

Seit Oktober 2023 breitet sich die Blauzungenkrankheit wieder in Deutschland aus. Die Ausbrüche, von denen Bayern seit August 2024 betroffen ist, waren zunächst auf den Serotyp 3 (BTV-3) zurückzuführen. Im Oktober 2025 wurde erstmals auch der Serotyp 8 (BTV-8) in Bayern nachgewiesen. Seither erfolgten weitere Nachweise in benachbarten Bundesländern, unter anderem in Rheinland-Pfalz und Hessen. In Bayern waren bis vor kurzem nur die Regierungsbezirke Oberbayern, Niederbayern, Schwaben sowie Unter- und Mittelfranken betroffen. Aktuell wurde in Hessen ein weiterer BTV-8-Fall in einem Betrieb im Landkreis Fulda bestätigt. Die 150-km-Zone dieses Falls sowie weiterer grenznaher Fälle zu Bayern erfasst auch die Regierungsbezirke Oberfranken und Oberpfalz. Damit gilt seit dem 19.06.2026 ganz Bayern in Bezug auf BTV-8 als "nicht frei". Die zur Eindämmung der Blauzungenkrankheit erforderlichen Maßnahmen erfolgen in enger Abstimmung zwischen den Ländern und dem Bund. Zum Schutz BTV-8-freier Gebiete wird die Verbringung empfänglicher Tiere aus ganz Bayern eingeschränkt.

Weitere Einzelheiten hierzu und aktuelle Informationen des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zur Blauzungenkrankheit externer Link

In Bezug auf BTV-3 gilt derzeit die gesamte Bundesrepublik Deutschland als nicht freies Gebiet. Daher bestehen innerstaatlich keine speziellen Verbringungsregelungen für empfängliche Tiere. Somit sind Verbringungen innerhalb Deutschlands ohne besondere BTV-3-relevante Tiergesundheitsbedingungen möglich, sofern die Tiere klinisch gesund sind.

Impfung als probates Mittel

Die Erfahrungen aus den bisherigen Blauzungengeschehen in Deutschland haben wiederholt eindrucksvoll gezeigt, dass die Impfung ein wirksames Instrument für die erfolgreiche Bekämpfung der Blauzungenkrankheit ist. Die Impfung bietet den einzigen Schutz der Tiere vor einem schweren Verlauf, sie reduziert das Ausmaß der klinischen Symptome erheblich. Eine Impfung empfänglicher Wiederkäuer gegen die Serotypen 3, 4 und 8 ist auch in Regionen sinnvoll, die geografisch (noch) weit von aktuell betroffenen Gebieten entfernt sind. Die Bayerische Tierseuchenkasse (BTSK) gewährt Zuschüsse zu den Impfungen. Diese fallen je nach Tierart, BTV-Serotyp und Zeitpunkt der Impfung unterschiedlich aus.

Ausführliche Informationen zu den Impfzuschüssen der BTSK externer Link

Zusätzliche Informationen