Holzmarktbericht
Der aktuelle Rohholzmarkt in Bayern

Holzmarktbericht für das erste Quartal 2021

Wirtschaft / Konjunktur

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich zum Ende des 1. Quartals trotz der dritten Corona-Welle überraschend stark aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im März auf 96,6 Punkte von 92,7 Zählern im Februar und damit auf den höchsten Wert seit Juni 2019, wie das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut zu seiner Umfrage unter 9000 Managern mitteilte. Ökonomen hatten bisher nur mit einem Anstieg auf 93,2 Punkte gerechnet. Trotz steigender Infektionszahlen startete die deutsche Wirtschaft also zuversichtlich in den Frühling. Die Manager beurteilten den Geschäftsausblick für die kommenden sechs Monate und die wirtschaftliche Lage ihrer Unternehmen günstiger als zuletzt.

Das Ifo-Institut hatte im März wegen anhaltender Lockdowns vor allem im Dienstleistungssektor seine Wachstumsprognose 2021 für die deutsche Wirtschaft gesenkt. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte demnach in diesem Jahr nur um 3,7 Prozent und nicht wie noch im Dezember 2020 prognostiziert um 4,2 Prozent steigen. Der erwartete kräftige Aufschwung verschiebt sich damit deutlich nach hinten. 2020 war die deutsche Wirtschaft um 4,9 Prozent eingebrochen.

Im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima im ersten Quartal nach einer kleinen Abschwächung wieder positiv entwickelt. Der Indikator zur aktuellen Lage stieg im März auf den höchsten Wert seit einem Jahr und auch die Erwartungen der Unternehmen für das laufende Jahr haben sich verbessert.

Mit einem Anteil von 22,2% der insgesamt 105.962 neu genehmigten Ein- und Zweifamilienhäuser in Deutschland erreichten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im letzten Jahr Fertighäuser in Holzbauweise einen Spitzenwert. Das Wachstum der mittelständisch geprägten Branche ist dynamisch und immer mehr Bauwillige erfüllen sich in Deutschland ihren Wunsch nach einem Eigenheim mit einem Holz-Fertighaus. In absoluten Zahlen wurden 2020 die meisten – 6.221 Stück - Fertighäuser in Holzbauweise in Bayern genehmigt.

Holz verarbeitende Industrie

Die inländischen Preise für Nadelschnittholz sind im 1. Quartal weiter gestiegen.

Die konstant anhaltende Stärke des Bauhauptgewerbes, ein pandemiebedingt nach wie vor gut laufender Do-it-yourself-Sektor (Baumärkte) und sehr gut laufende Exportmärkte hielten die Nachfrage bei Nadelschnittholz und Bauprodukten aus Holz anhaltend hoch. Die Exporte von Nadelschnittholz aus Deutschland in die USA haben – nach neuesten Zahlen der Statistikbehörden - mit fast 2 Millionen Kubikmetern im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 54 Prozent zugenommen. Damit ist Deutschland in den USA mit weitem Abstand hinter Kanada (30,8 Mill. Kubikmeter) der zweitwichtigste Lieferant für Nadelschnittholz.

Gleichzeitig blieben die Nadelschnittholzpreise in den USA im 1. Quartal - nach zwischenzeitlichen Rückgängen im 4. Quartal 2020 - auf Rekordniveau. Beim Export in die USA erreichten deutsche Sägewerke für Schnittware Preise ab Sägewerk von 400 bis 500 Euro pro Kubikmeter.

Die deutschen Nadelholzsäger produzierten daher mit sehr hoher Auslastung. Trotzdem waren von heimischen Holzbaubetrieben – teilweise auch öffentlich in den Medien – Klagen über Lieferverzögerungen und gestiegene Materialkosten zu vernehmen.

In der Branche wird weiter damit gerechnet, dass der globale Bedarf an Nadelschnittholz 2021 die Produktion übersteigen wird. Wegen der über den ganzen Winter und auch aktuell geringen Rundholz-Lagerstände der Sägeindustrie in allen wichtigen Produktionsländern werden in den nächsten Quartalen weitere Preisanstiege für Rundholz und Schnittholz erwartet. Verschärfend wirkt in dieser Hinsicht auch das schrittweise umgesetzte Rundholz-Exportverbot Russlands, das in Europa vor allem die Sägeindustrie in Skandinavien als bisherigen Abnehmer trifft.

Bei den laubholzverarbeitenden Betrieben in Deutschland hat sich im 1. Quartal die Stimmung im Vergleich zum Vorjahr etwas aufgehellt. Die aktuelle Geschäftslage wird besser eingeschätzt als noch Ende 2020, der Ausblick auf die kommenden Monate bleibt jedoch verhalten. Nach Rückgängen bei der deutschen Produktion von Laubschnittholz in den Vorjahren hatte sich dieser Trend bis Ende 2020 noch verstärkt. Die Exporte von Buchen- und Eichenschnittholz waren 2020 im Vergleich zum Vorjahr erheblich zurückgegangen.

Forstwirtschaft

Abschnitte von Holzstämmen liegen zu mehreren Stapeln zusammengelegt im Wald Zoombild vorhanden

Frisch geschlagenes Holz im Wald (Foto: Jan Böhm)

Jahreszeitlich bedingt war der Anfall von Käferholz auch in den Hauptschadensgebieten gering. Das Ausbleiben stärkerer Winterstürme trug dazu bei, dass der Schadholzanfall im Vergleich zum 1. Quartal 2020 sehr gering ausfiel. Die Abfuhr der Hölzer aus dem Wald verlief wegen der hohen Nachfrage vor allem bei Nadelrundholz sehr zügig, sodass stellenweise noch vorhandene Waldlager abgebaut werden konnten.

Trockenlager außerhalb des Waldes und die Nasslager größerer Forstbetriebe waren zum Ende des 1. Quartals weitestgehend geräumt.

Der zurückhaltende Einschlag von Frischholz in Südbayern hat weiterhin dazu beigetragen, dass Schadholzmengen aus den Hauptschadensregionen Nordbayerns kontinuierlich abfließen konnten.

Nadelstammholz

Holzpolter (Foto: LWF)

Holzpolter (Foto: LWF)

Die Situation am Holzmarkt hat sich im 1. Quartal nochmals deutlich verändert. Die ungebrochen hohe Nachfrage nach Nadelschnittholz im Inland und in den wichtigen Exportmärkten hat zu Preisanstiegen auch beim Rundholz geführt, wobei diese keineswegs die Entwicklung auf den Abnahmemärkten widerspiegeln.

Wurden zu Beginn des Quartals bei Frischholz noch Preise für Fichtenabschnitte 2b+ von knapp über 80,00 Euro aufgerufen, waren zum Ende des I. Quartals hin auf dem Spotmarkt Preisbewegungen Richtung 90,00 Euro für das gleiche Sortiment zu verzeichnen.

Für frisches Fichten-Langholz (B-Qualitäten) wurden in Südbayern fast durchgängig über 80,00 Euro bezahlt. Die Abschläge für Käferqualitäten (im Berichtszeitraum gab es nur geringen Anfall von frischem Käferholz) betrugen in den meisten Fällen 25,00 - 35,00 € pro Festmeter. Der Markt für Kiefernrundholz hat sich im Sog der sehr starken Nachfrage nach Fichte leicht belebt, jedoch bei immer noch unbefriedigenden Preisen. Die Nachfrage nach Douglasien- und Lärchenrundholz blieb weiterhin sehr hoch bei stabilem Preisniveau; regional konnte hier trotz gesteigerten Angebotes die Nachfrage nicht befriedigt werden.

Laubstammholz

Holzstämme gestalpelt

Foto: Jan Böhm

Zum Ende der Laubholzsaison war die Nachfrage nach Eiche zu dem bestehenden Preisniveau weiterhin hoch. Im Vergleich zur Vorjahressaison sind die Preise bei den schlechteren Qualitäten jedoch etwas gesunken. Die Eichen- und Buntlaubholz-Submission Arnstein brachte bei hoher Nachfrage und verminderter Angebotsmenge im Vergleich zum Vorjahr Spitzenpreise für Eichenwertholz.

Buche konnte zu stabilen Preisen vermarktet werden. Der Bucheneinschlag blieb jedoch in Unterfranken etwas hinter den geplanten und nachgefragten Mengen zurück, da im Vorquartal viel Aufarbeitungskapazität beim Einschlag von Käferhölzern gebunden war und dadurch größere Rückstände beim Einschlag frischer Buche entstanden waren. Es hat sich weiter gezeigt, dass vorgeschädigte Buche teilweise nur eingeschränkt für die Sägeindustrie nutzbar ist.

Industrieholz

Schwierig bleibt die Vermarktung von Nadel-Industrieholz. Papierholz (IS N) konnte zu den gültigen – im Vergleich zum Vorjahreszeitraum abgesenkten - Preisen vermarktet werden. Vereinzelt verursachen die geringen Abnahmemengen Probleme bei der Vermarktung. Die Vermarktung von F/K-Qualitäten bleibt unbefriedigend.

Der Anfall an Sägerestholz war wegen der hohen Produktionsmengen beim Nadelschnittholz sehr hoch. Die Preise für Sägerestholz sind in der Folge im 1. Quartal gefallen.

Energieholz/Brennholz

Durch das anhaltende Überangebot im Bereich der Sägenebenprodukte und im Industrieholzsektor standen die Märkte für Energieholzsortimente weiter unter Preis- und Mengendruck.
Bei Waldhackschnitzeln war eine relativ große Preisspanne von 65,00 € pro t-atro bis über 90,00 € pro t-atro (frei Werk) zu beobachten. In den Hauptschadensregionen konnten Waldhackschnitzel außerhalb bestehender Verträge nur schwer vermarktet werden. Außerhalb der Schadregionen konnte über den Winter hinweg eine Nachfrage verzeichnet werden, das Preisniveau bleibt aber für den Waldbesitz unbefriedigend. Brennholz war in ganz Bayern zu stabilen Preisen gut zu vermarkten.

Die deutschen Pelletproduzenten konnten im Vorjahr mit 3,1 Millionen Tonnen einen Produktionsrekord verzeichnen. Rund 2,3 Millionen Tonnen Pellets wurden im Inland verbraucht. Die Anzahl der in Deutschland neu installierten Pelletheizungen war 2020 gegenüber dem Vorjahr um fast 80 Prozent auf rund 62.000 Anlagen gestiegen. Die verbesserte staatliche Förderung und die Einführung der CO2-Abgabe haben sich hier deutlich bemerkbar gemacht.

Interpreten

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